10 Euro Freebet ohne Einzahlung bei Sportwetten: Lizenz, Kosten, Mechanik

Updated Oktober 2026
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Stand: 17 Oktober 2026 – geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Wer in Deutschland nach einer 10-Euro-Freebet ohne Einzahlung sucht, stößt schnell auf zwei Sorten Versprechen. Die eine kommt von Anbietern, die in der amtlichen Whitelist der GGL stehen, und sie ist an eine qualifizierende Einzahlung gekoppelt. Die andere kommt von Marken ohne deutsche Erlaubnis und wirbt mit „ohne Einzahlung“ und „ohne OASIS“ – also unter Umgehung der Sperrdatei, die der Glücksspielstaatsvertrag für jeden lizenzierten Anbieter vorschreibt. Beide werben mit demselben Wort, und sie meinen Verschiedenes.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stapel Euro-Münzen auf einem dunklen Holztisch, seitlich von einer Schreibtischlampe beleuchtet.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.
Inhaltsverzeichnis
  1. Was eine Freebet ist – und worin sie sich von Bonusgeld unterscheidet
  2. Wett-Credits, Freebets, Bonusgeld – die Begriffe, die die Werbung vermischt
  3. Lizenz und Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf
  4. „Ohne OASIS“ – was die Werbung meint und was sie meidet
  5. Spielerschutz, der auch für Bonuskonten gilt
  6. Werbung: was der GlüStV 2021 erlaubt und was er verbietet
  7. Was eine Freebet rechnerisch wert ist – und was nicht
  8. Was die Werbung verschweigt: Einsatz nicht erstattet, Fristen, qualifizierende Wetten
  9. Willkommensangebote im Vergleich: was die lizenzierten Anbieter in Deutschland ankündigen
  10. Betano – Whitelist-Eintrag mit breitem Wettprogramm
  11. Sportingbet – FreeBet mit Cashout-Einschränkungen
  12. Wettarena – IBC Sportsbetting Limited aus Malta
  13. Winamax – Freebets ohne Umsatzbedingung, Einzahlung einmal umsetzen
  14. NEO.bet – Greenvest Betting Limited mit langer Whitelist-Geschichte
  15. AdmiralBet – Greentube Malta mit breiter Erlaubnisstruktur
  16. Interwetten – Cashout-Bedingungen, die Freebets ausschließen
  17. bet-at-home – 10-€-Gratiswette auf den WM-Sieger
  18. Tipico – Pionier der deutschen Szene mit laufendem EuGH-Verfahren
  19. MERKUR BETS – Freebet aus dem Neukunden-JokerBet und dem CLUB
  20. Bonus- und Umsatzmechanik jenseits der Freebet: was Wettstars Modell zeigt
  21. Wettsteuer: 5,3 %, die in der Quote steckt
  22. Cashout, Quotenboost, Betbuilder: die Funktionen, die an der Freebet hängen
  23. Was 10 Euro Freebet ohne Einzahlung in Deutschland realistisch bedeutet
  24. Häufige Fragen

Was eine Freebet ist – und worin sie sich von Bonusgeld unterscheidet

Eine Freebet ist ein Wettguthaben, das ein Anbieter dem Konto gutschreibt. Sie wird nicht als Geld eingezahlt und gehört nicht zur Auszahlungsmasse des Kontos. Wer eine Freebet nutzt, platziert damit eine Wette; der Einsatz, also die Höhe der Freebet, stammt vom Anbieter, nicht aus eigener Tasche. Das ist der Punkt, an dem sie sich von Bonusgeld unterscheidet. Bonusgeld ist eine Gutschrift, die dem Konto als Geldwert zugeschlagen wird und vor der Auszahlung eigene Umsatzbedingungen erfüllen muss. Die Freebet ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter trägt; ihre Bedingungen hängen am Schein, nicht am Konto.

Was den meisten Freebet-Werbungen verschwiegen wird: der Einsatz wird bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt. Die Freebet über 10 €, die zu Quote 2,10 gewinnt, bringt 21 € auf das Wettkonto – nicht 31 €. Wer 10 € eigenes Geld zu derselben Quote setzt, würde 31 € erhalten, davon 10 € Einsatz zurück und 21 € Gewinn. Aus Sicht des Gewinns ist die Freebet also genauso viel wert wie der eigene Einsatz zum gleichen Preis. Aus Sicht des Risikos ist sie billiger: die Freebet verliert der Anbieter, nicht der Kunde. Das macht sie zu dem, was die Werbung „risikofreie Wette“ nennt – was insofern stimmt, als das Verlustrisiko entfällt, und insofern irreführt, als auch ein Gewinn kleiner ausfällt als bei einer Wette mit eigenem Geld.

Ein Fußball liegt auf dem Elfmeterpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine Tribüne im Dunst.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Diese Mechanik – „Einsatz nicht zurück, Gewinn ausbezahlt“ – gilt, soweit ersichtlich, für jede hier besprochene Freebet der lizenzierten Anbieter in Deutschland. Bet365 formuliert es so, dass die „Wett-Credits“ nach Abrechnung der qualifizierenden Einzahlung freigegeben werden und Gewinne den Einsatz der Wett-Credits nicht enthalten. Bei MERKUR BETS wird der Gewinn aus einer mit Freebet platzierten Wette „abzüglich des Freebet-Einsatzes“ ausgezahlt. Bei Winamax heißt es in den Willkommensbedingungen, die Freebets unterlägen keinen Umsatzbedingungen – was die Auszahlung des Gewinns meint, nicht die Rückzahlung des Einsatzes.

Wett-Credits, Freebets, Bonusgeld – die Begriffe, die die Werbung vermischt

Die Anbieter benutzen unterschiedliche Wörter, meinen aber denselben Mechanismus. „Wett-Credits“ bei Bet365, „Freebets“ bei Winamax und MERKUR BETS, „Gratiswette“ bei bet-at-home – alle drei funktionieren nach dem Prinzip, dass der Einsatz bei einem Gewinn nicht zurückfließt. „Bonusgeld“ ist ein anderes Wort für ein anderes Produkt: es wird dem Konto als Geldwert zugeschrieben und muss vor der Auszahlung umgesetzt werden, oft zu einer vom Anbieter vorgegebenen Mindestquote.

Der Unterschied schlägt sich in der Werbung nieder. Eine „100 %-Bonus“ auf die Einzahlung klingt nach einem Geschenk; sie ist eine Umsatzpflicht. Eine „Freebet über 25 €“ klingt nach einem Geschenk; sie ist eine Wette, deren Gewinn kleiner ausfällt als eine Wette mit eigenem Geld. Beide lohnen sich, beide kosten etwas, und beide verlangen, dass man die Bedingungen liest, bevor man sie annimmt.

Lizenz und Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) die Erlaubnis für Sportwetten im Internet. Die zuständige Behörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale). Sie erteilt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV und führt die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Die Whitelist ist die einzige Stelle, an der geprüft werden kann, ob ein Anbieter in Deutschland legal Sportwetten im Internet anbieten darf. Eine .de-Domain allein beweist nichts; ein Sitz in Malta beweist nichts; eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine rechtliche Wirkung.

Eine Waage aus Messing und ein geschlossener Aktenordner ohne Beschriftung stehen auf einem polierten Schreibtisch vor einem Fenster.
Als Anbieter von Betano führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Whitelist vom 2. Oktober 2026 führt 30 Einträge: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten) und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Jede dort gelistete Sportartendomain ist eine .de-Domain – das schon, aber die Umkehrung gilt nicht. Eine Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV); die Whitelist zeigt nur das Datum der Erteilung und, soweit vorhanden, das Datum der Folgeerlaubnis, niemals ein Enddatum. Was erlaubt ist, gilt nur für die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist. Eine andere Lizenz derselben Gesellschaft – etwa für virtuelle Automatenspiele – deckt Sportwetten nicht ab.

Wer ohne deutsche Erlaubnis Sportwetten an deutsche Kunden anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel (§ 4 Abs. 1 GlüStV). Die GGL kann Verfügungen erlassen, Zahlungsströme unterbrechen und Netzsperren anordnen (§ 9 GlüStV). Strafrechtlich steht die Organisation solcher Angebote nach § 284 StGB, die Werbung nach § 285 StGB; gegen einzelne Spieler wird nach derzeitigem Stand nicht strafrechtlich vorgegangen, was aber weder eine Erlaubnis ist noch ein Schutz, auf den man sich verlassen sollte.

Zivilrechtlich haben deutsche Gerichte in den vergangenen Jahren mehrfach entschieden, dass Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verlorene Einsätze zurückzahlen müssen. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob das Unionsrecht einer solchen Rückzahlungspflicht entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € aus Verlusten der Jahre 2013 bis 2018. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hält der Generalanwalt am EuGH es grundsätzlich für möglich, nicht lizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten – mit einer Ausnahme, falls die Behörden zugesichert haben sollten, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Das Verfahren ist offen; eine Rückzahlung ist nicht versprochen.

„Ohne OASIS“ – was die Werbung meint und was sie meidet

OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a GlüStV. Jeder lizenzierte Anbieter in Deutschland ist verpflichtet, bei der Registrierung und bei jedem Login zu prüfen, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Eine Fremdsperre durch Angehörige oder den Anbieter selbst dauert mindestens ein Jahr. Wer gesperrt ist, kann sich nicht erneut registrieren – die Sperrdatei wird zentral beim Hessischen Regierungspräsidium Darmstadt geführt.

Der Werbezusatz „ohne OASIS“ bedeutet, dass der Anbieter die Sperrdatei nicht abfragt. Das ist im Geltungsbereich des GlüStV 2021 unzulässig; OASIS ist Pflicht, nicht Kür. Anbieter, die mit „ohne OASIS“ werben, sind keine Inhaber einer deutschen Erlaubnis. Sie können die Sperrdatei nicht abfragen, weil sie an die deutsche Aufsicht nicht angeschlossen sind. Der Zusatz ist also kein Verkaufsargument, sondern ein Hinweis darauf, dass der Anbieter in Deutschland nicht legal ist.

Hinter dem Zusatz steht die Vorstellung, man könne sich bei einem zweiten Anbieter anmelden, wenn man beim ersten gesperrt ist. Diese Vorstellung übersieht, dass die Sperrdatei gerade diesen Umweg schließen soll. Sie ist im deutschen System der wichtigste Mechanismus, um ein gesperrtes Konto tatsächlich stillzulegen. Wer „ohne OASIS“ spielt, spielt ohne diesen Schutz – und ohne die weiteren Schutzmechanismen, die nur für lizenzierte Anbieter gelten: das monatliche Einzahlungslimit von 1.000 € nach § 6c Abs. 1 GlüStV, der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV, der eine 24-stündige Sofortsperre auslöst, und die Auszahlung des Restguthabens binnen fünf Werktagen nach Kontoschließung.

Spielerschutz, der auch für Bonuskonten gilt

Die Schutzregeln des GlüStV 2021 machen keinen Unterschied, ob auf eigenes Geld oder auf eine Freebet gewettet wird. Sie gelten für jedes Konto, das ein lizenzierter Anbieter in Deutschland führt. Was hier der Reihe nach steht, ist die Hausordnung, die jeder lizenzierte Anbieter einhalten muss.

Die Altersgrenze liegt bei 18 Jahren (§ 4 Abs. 3 GlüStV). Die Anmeldung verlangt eine vollständige Verifizierung nach § 6a GlüStV. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter das Spielen für höchstens 72 Stunden mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen erlauben – das ist die Übergangsphase, in der das Konto bereits genutzt werden kann, aber noch nicht alle Schutzmechanismen greifen. Bei Tipwin etwa wird der Willkommensbonus nach den Anbieterregeln nur auf verifizierten Konten gutgeschrieben; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann den Bonus erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen.

Das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1 GlüStV beträgt 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg. Das Limit wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt; ein Anbieter, dessen Erlaubnis es erlaubt, kann für einzelne Personen ein höheres Limit setzen, höchstens 10.000 €, und in einer schmalen Quote von höchstens 1 % seiner aktiven Spieler sogar bis zu 30.000 € – nur gegen nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Anhebung frühestens nach sieben Tagen. Das parallele Spielen auf mehreren Konten ist nach § 6h GlüStV verboten; die Aktivitätsdatei LUGAS erkennt, ob gleichzeitig bei mehreren Anbietern gespielt wird.

Zahlungen dürfen nach § 6b Abs. 4 GlüStV nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem Kreditinstitut im Sinne des Geldwäschegesetzes erfolgen. Anonyme Zahlungsmittel – Kryptowährungen, anonymisierte Prepaid-Lösungen – sind ausgeschlossen. Das ist der Mechanismus, der Bitcoin und anonyme Guthabenkarten aus dem lizenzierten Markt in Deutschland heraushält. Spielerguthaben wird auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto gehalten; bei Kontoschließung wird das Restguthaben nach § 6b Abs. 6-7 GlüStV binnen fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt.

Werbung: was der GlüStV 2021 erlaubt und was er verbietet

Werbung für Glücksspiel darf in Deutschland nur von Inhabern einer Erlaubnis gemacht werden (§ 5 Abs. 7 GlüStV). Ein Werbeverbot von 6:00 bis 21:00 Uhr (§ 5 Abs. 3 Satz 1) gilt für Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele – ausdrücklich nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gelten eigene Regeln: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Vergütung von Affiliates nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6 GlüStV). Der GlüStV 2021 enthält keine Vorschrift, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt oder eine Umsatzquote vorschreibt. Beträge, Umsatz und Mindestquoten kommen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Was im Geltungsbereich des GlüStV nicht erlaubt ist, ist die Werbung für unerlaubte Angebote. Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten „wie etwa Platincasino“ gewarnt und einen Vollstreckungserfolg gegen ein Netzwerk im Milliardenbereich gemeldet. Wer eine Seite mit „Freebet ohne Einzahlung“ bewirbt, die weder auf der Whitelist steht noch an OASIS angeschlossen ist, sollte sich die Frage gefallen lassen, ob die Seite selbst auf einer verbotenen Liste auftaucht oder gleich daneben.

Was eine Freebet rechnerisch wert ist – und was nicht

Eine Freebet ist keine Auszahlung; sie ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter trägt. Der Marktwert einer Freebet hängt davon ab, wie der Anbieter Gewinne aus der Freebet behandelt. Setzt ein Anbieter den Gewinn aus der Freebet auf das Wettkonto, ohne den Einsatz zu erstatten, und gilt für dieses Guthaben keine Umsatzpflicht, dann ist die Freebet so viel wert wie die erwartete Auszahlung des reinen Gewinns – und die wiederum hängt von der Quote ab, zu der die Freebet eingesetzt wird.

Der Marktwert einer 10-Euro-Freebet auf einem Zwei-Wege-Markt zu gleichen Quoten 1,90 / 1,90 berechnet sich als Freebet × (Quote − 1) / Quote × Auszahlungsquote des Marktes. Die Auszahlungsquote eines Marktes zu identischen Quoten 1,90 / 1,90 beträgt 1 / (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,5263, also 52,63 %; die Marge des Marktes liegt dementsprechend bei rund 47,37 %. Eingesetzt in die Formel ergibt sich ein Marktwert von 10 € × (1,90 − 1) / 1,90 × 0,5263 ≈ 2,49 €.

Das ist der durchschnittliche Wert der Freebet über viele Wetten unter den angenommenen Bedingungen. Es ist kein versprochener Gewinn und keine Garantie: bei einer einzelnen Wetterei wird entweder nichts oder die volle Auszahlung ausgezahlt. Der Marktwert ist das, was die Freebet bei vielen Wiederholungen im Mittel einbringt – und er liegt deutlich unter dem Nominalwert von 10 €. Bei niedrigeren Quoten sinkt er, bei höheren Quoten steigt er; bei einer Quote von 2,50 und einer Marge von 5 % ergäbe sich ein Marktwert in der Größenordnung von etwa 4,50 €; bei einer Quote von 1,20 und derselben Marge wäre er unter einem Euro. Der Wert der Freebet hängt also wesentlich davon ab, wie sie eingesetzt wird.

Diese Rechnung setzt voraus, dass die Freebet keiner Umsatzbedingung unterliegt. Genau das bewirbt Winamax ausdrücklich: die Freebets aus dem Willkommensangebot unterliegen keinen Umsatzbedingungen. Bei Bet365 werden die Wett-Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben – die Bedingung hängt hier an der Einzahlung, nicht an der Freebet selbst. Bei MERKUR BETS hängt die Freebet aus dem Neukunden-JokerBet an der verlorenen ersten Kombiwette; wird sie nicht zurückerstattet, fällt sie weg. Bei bet-at-home wurde die 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 an den Registrierungszeitraum 9. bis 28. Juni 2026 gebunden, und der Gewinn unterlag keinen Umsatzbedingungen.

Was die Werbung verschweigt: Einsatz nicht erstattet, Fristen, qualifizierende Wetten

Vier Mechaniken treten an jeder lizenzierten Freebet in Deutschland auf, und jede einzelne schmälert den Wert, den das Werbeversprechen ankündigt. Sie sind in den Anbieterbedingungen formuliert; man muss sie lesen, um zu wissen, was die Freebet tatsächlich kostet.

Der Einsatz wird bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt. Eine 10-€-Freebet, die zu Quote 2,10 gewinnt, bringt 21 € auf das Konto; eine 10-€-Wette mit eigenem Geld zu derselben Quote brächte 31 €. Der Verzicht auf die Einsatzrückerstattung ist der Preis, den die Freebet im Erfolgsfall kostet. Sie macht die Freebet zu einer risikofreien Wette – der Einsatz geht im Verlustfall nicht vom eigenen Konto ab –, aber nicht zu einer wertgleichen Wette. Aus dem Marktwert von rund 2,49 € bei Quote 1,90/1,90 folgt: die Freebet ist im Mittel nicht 10 € wert, sondern etwa ein Viertel davon. Die Werbung nennt den Nominalwert, der Anbieter rechnet den Marktwert.

Die Freebet ist an eine Frist gebunden. Bei MERKUR BETS aus dem CLUB muss sie innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird. Bei bet-at-home musste die Gratiswette bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert werden, was durch den Endtermin der Gruppenphase bestimmt war. Wer die Frist verpasst, verliert die Freebet ersatzlos; die Gutschrift wird nicht bar ausgezahlt.

Die Freebet ist oft an eine qualifizierende Wette gebunden. Bei MERKUR BETS wird die 25-€-Freebet aus dem Neukunden-JokerBet nur dann erstattet, wenn die erste qualifizierende Kombiwette verliert – und nur, wenn vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Wird die erste Wette nicht platziert, fällt die Freebet aus. Bei Bet365 werden die Wett-Credits erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben. Die qualifizierende Wette trägt das Risiko, die Freebet trägt das Sicherheitsnetz – so, wie es die Werbung beschreibt.

Bestimmte Wettformen sind mit Freebets ausgeschlossen. Bei MERKUR BETS sind System- und Mehrwegwetten mit der CLUB-Freebet nicht zulässig, Wetten mit Quotenboost ebenfalls nicht, und Cashout ist bei einer mit Freebet platzierten Wette nicht möglich. Bei Winamax ist Cashout bei mit Freebets platzierten Wetten nicht möglich; bei Sportingbet gilt das für Systemwetten, und Cash Out ist bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten ausgeschlossen. Bei Interwetten ist Cashout für Freebets und Bonusgeld nicht verfügbar, und der Anbieter kann Cashout-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen.

Willkommensangebote im Vergleich: was die lizenzierten Anbieter in Deutschland ankündigen

Die folgende Tabelle vergleicht die Willkommensangebote der zehn Anbieter, die auf der GGL-Whitelist vom 2. Oktober 2026 mit einer Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain geführt werden. Die Spalten nennen den Anbieter, den Status auf der Whitelist mit dem permit holder, und das Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis. Was die Tabelle nicht zeigt: die Bedingungen im Kleingedruckten, die in den Anbietertexten oben und unten stehen – Fristen, Mindestquoten, Auszahlungsmodalitäten, qualifizierende Wetten. Die Tabelle ist die Karte; die Bedingungen sind das Terrain.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Erlaubnis, Inhaber Betkick Sportsbetting Limited (Sitz: San Giljan, Malta) 19.02.2021
Sportingbet Erlaubnis, Inhaber Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Wettarena Erlaubnis, Inhaber I.B.C. Sportsbetting Limited (Sitz: Sliema, Malta) 09.10.2020
Winamax Erlaubnis, Inhaber WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
NEO.bet Erlaubnis, Inhaber Greenvest Betting Limited 09.10.2020
AdmiralBet Erlaubnis, Inhaber Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Erlaubnis, Inhaber Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
bet-at-home Erlaubnis, Inhaber Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Tipico Erlaubnis, Inhaber Tipico Co. Limited (Sitz: San Ġiljan, Malta) 09.10.2020
MERKUR BETS Erlaubnis, Inhaber Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023

Betano – Whitelist-Eintrag mit breitem Wettprogramm

Betano wird auf der Whitelist mit der Betkick Sportsbetting Limited als Erlaubnisinhaberin geführt, Sitz San Giljan auf Malta, erste Erlaubnis 19. Februar 2021, Folgeerlaubnis 16. Dezember 2022. Das Haus bewirbt das übliche Wettprogramm, Live-Wetten auf das, was der GlüStV 2021 erlaubt, und einen typischen Neukundenbonus. Was die Freebet-Frage angeht, ist das Bild durchschnittlich: keine werbliche Dauerpräsenz des Wortes „Freebet“, dafür ein Willkommenspaket, das an Einzahlung und Umsatz hängt. Wer auf der Suche nach einer No-Deposit-Freebet speziell bei Betano ist, wird im Marketing des Hauses nicht fündig – der Markt dafür ist in Deutschland unter den lizenzierten Anbietern ohnehin sehr schmal. Was bleibt, ist ein vollständig lizenzierter Anbieter mit dem vollen Schutz des GlüStV, der das tut, was lizenzierte Anbieter tun: er koppelt Werbeguthaben an eine Einzahlung.

Sportingbet – FreeBet mit Cashout-Einschränkungen

Sportingbet ist auf der Whitelist mit der Sportingbet (Deutschland) Limited eingetragen, erste Erlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 21. Dezember 2022. In den Geschäftsbedingungen zu Cash Out schränkt Sportingbet ein, dass die Funktion nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich ist, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Cashout-Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Wer mit einer Freebet spielt, kann sie also nicht vorzeitig absichern. Das ist kein Nachteil im Vergleich zu anderen Anbietern – es ist die übliche Mechanik. Was an Sportingbet auffällt, ist die Ausgeschriebenheit der Regel: sie ist in den Hilfeseiten so dokumentiert, dass man sie findet, ohne sich durch Werbeversprechen zu kämpfen.

Wettarena – IBC Sportsbetting Limited aus Malta

Wettarena wird auf der Whitelist mit der I.B.C. Sportsbetting Limited geführt, Sitz 20 Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, Sliema SLM 1640, Malta, erste Erlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 15. Dezember 2022. Das Haus ist im Wettprogramm weniger breit aufgestellt als die ganz Großen, im Bereich der Freebet-Mechanik nichtsdestoweniger an die übliche Lizenzlogik gebunden. Wer Wettarena nutzt, spielt unter OASIS und LUGAS; das Haus bietet die Schutzmechanismen, die der GlüStV 2021 vorschreibt, ohne Wenn und Aber.

Winamax – Freebets ohne Umsatzbedingung, Einzahlung einmal umsetzen

Winamax ist auf der Whitelist mit der WINAMAX (Société anonyme) eingetragen, erste Erlaubnis 29. Juni 2021, Folgeerlaubnis 8. Dezember 2022. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets. Die Einzahlung selbst muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nach den Bedingungen nicht zur Umsetzung; das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Winamax bewirbt damit eines der wenigen Angebote, bei denen die Freebet tatsächlich umsatzfrei ist – der Umsatz hängt an der Einzahlung, nicht an der Freebet. Wer 100 € einzahlt, 100 € einmal zu Mindestquote 1,05 umsetzt und die Freebets nutzt, hat am Ende eine Auszahlung, die nicht durch Bonusumsatzregeln geschmälert ist. Das ist im deutschen Markt ungewöhnlich klar.

Beim Winamax-Cashout ist die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung von Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten möglich; ausgezahlt wird der Betrag erst, nachdem alle Auswahlen beendet sind. Nicht möglich ist Cashout bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten. Wer mit der Freebet spielt, kann sie nicht vorzeitig absichern – die übliche Mechanik.

NEO.bet – Greenvest Betting Limited mit langer Whitelist-Geschichte

NEO.bet ist auf der Whitelist mit der Greenvest Betting Limited eingetragen, erste Erlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022. NEO.bet gehört damit zu der Welle von Anbietern, die in der ersten Stunde der deutschen Regulierung eine Erlaubnis erhalten haben – und in der zweiten Stunde eine Folgeerlaubnis, was im deutschen Markt nicht selbstverständlich ist. Das Haus bietet die übliche Lizenzmechanik; ob und unter welchen Bedingungen NEO.bet aktuell eine Freebet bewirbt, ist aus dem verfügbaren Material nicht ersichtlich, und was nicht beworben wird, sollte auch nicht angenommen werden.

AdmiralBet – Greentube Malta mit breiter Erlaubnisstruktur

AdmiralBet ist auf der Whitelist mit der Greentube Betting Malta Limited eingetragen, erste Erlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnisse 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine zusätzliche Erlaubnis seit 28. September 2022. Diese zweite Erlaubnis zeigt, dass Greentube in Deutschland breit aufgestellt ist – sie betrifft das Casino, nicht das Sportwettenangebot, und ist deshalb für die Freebet-Frage nicht einschlägig. Was AdmiralBet für die Freebet-Frage relevant macht, ist die Folgeerlaubnis von Juli 2024 – ein vergleichsweise junges Datum, das die laufende Aufsicht durch die GGL unterstreicht.

Interwetten – Cashout-Bedingungen, die Freebets ausschließen

Interwetten ist auf der Whitelist mit der Interwetten Gaming Limited eingetragen, erste Erlaubnis 2. November 2020, Folgeerlaubnis 27. Dezember 2022. In den Sportsbook-Regeln behält sich Interwetten vor, Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung zu widerrufen oder zu deaktivieren; für Freebets und Bonusgeld ist Cashout nicht verfügbar. Das ist eine schärfere Formulierung als bei den meisten Mitbewerbern – nicht nur die Freebet selbst, sondern jede Wette, die mit Freebets oder Bonusgeld platziert wurde, fällt aus dem Cashout heraus, und der Anbieter kann Cashout-Angebote jederzeit zurückziehen. Für Spieler, die auf vorzeitige Absicherung Wert legen, ist Interwetten die riskantere Variante.

bet-at-home – 10-€-Gratiswette auf den WM-Sieger

bet-at-home ist auf der Whitelist mit der Bet-at-home.com Internet Limited eingetragen, erste Erlaubnis 2. November 2020, Folgeerlaubnis 22. Dezember 2022. Im Sommer 2026 bot bet-at-home Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten, eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 an. Die Wette musste bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert werden, und Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Das ist eine der wenigen Freebet-Aktionen, die im verfügbaren Material den Nominalwert einer 10-€-Freebet erreichen – eine echte Gratiswette auf ein konkretes Ereignis, ohne Umsatzschranke. Wer die Aktionsseite im Aktionszeitraum fand und ein Konto neu anlegte, hatte Anspruch auf die Wette; nach Ende der Gruppenphase war die Aktion beendet.

Tipico – Pionier der deutschen Szene mit laufendem EuGH-Verfahren

Tipico ist auf der Whitelist mit der Tipico Co. Limited eingetragen, Sitz Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta, gegründet 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle; erste Erlaubnis 9. Oktober 2020, Folgeerlaubnis 9. Dezember 2022. Tipico gehört zu den bekanntesten Namen im deutschen Sportwettenmarkt; was die Freebet-Frage angeht, sind die verfügbaren Belege weniger ergiebig als bei der Lizenzgeschichte. Was im Hintergrund läuft, ist das bereits erwähnte Verfahren vor dem BGH und dem EuGH, in dem ein Kläger aus den Jahren 2013 bis 2018 mehr als 3.700 € von Tipico zurückfordert – ein Verfahren über die Rückzahlungspflicht für Sportwetten aus Zeiten vor der deutschen Regulierung. Der Ausgang ist offen; eine Rückzahlung an andere Spieler folgt daraus nicht.

MERKUR BETS – Freebet aus dem Neukunden-JokerBet und dem CLUB

MERKUR BETS ist auf der Whitelist mit der Merkur Bets Malta Limited eingetragen, erste Erlaubnis 6. November 2023 – das jüngste Erlaubnisdatum in der Liste der hier besprochenen Anbieter, ohne Folgeerlaubnis bislang. Das Haus bietet zwei Freebet-Mechaniken an, die beide aus dem verfügbaren Material dokumentiert sind.

Der Neukunden-JokerBet, mitgeteilt am 14. Oktober 2024, bot bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €, die fällig wurde, wenn die erste qualifizierende Kombiwette verlor – die Erstattung erfolgt als Freebet bis 75 €, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die Mechanik ist ungewöhnlich: nicht die Freebet selbst trägt das Risiko, sondern die erste Kombiwette trägt es, und die Freebet ist das Sicherheitsnetz. Wer die erste Wette gewinnt, bekommt keine Freebet; wer sie verliert, bekommt bis zu 75 € als Freebet erstattet.

Der MERKUR BETS CLUB lief vom 9. Juni 2025 bis zum 14. Juli 2025 und schüttete für Kombiwetten oder den Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus. Die Freebet muss innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten; System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig, Wetten mit Quotenboost ebenfalls nicht, und Cashout ist bei einer mit Freebet platzierten Wette nicht möglich. Bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt.

Dass der MERKUR BETS CLUB die Aktion zum 14. Juli 2025 beendet hat, bedeutet, dass die zweite Mechanik nicht mehr läuft. Was bleibt, ist die Lizenzstruktur – und der Hinweis, dass MERKUR BETS Freebets an enge Bedingungen knüpft: Zeitfenster, Mindestquoten, Wettformen.

Bonus- und Umsatzmechanik jenseits der Freebet: was Wettstars Modell zeigt

Wettstar fällt aus dem Schema der hier verglichenen Anbieter heraus, weil das Haus in den verfügbaren Belegen einen zweistufigen Neukundenbonus bewirbt: 20 € werden nach der Anmeldung gutgeschrieben, dazu kommt ein Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €. Beide Bonusbeträge sind nicht auszahlbar; der Neukundenbonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, und zwar innerhalb von 60 Tagen; danach verfällt der Bonusbetrag. Das Angebot gilt nur für Personen ohne bestehendes Wettstar-Konto. Diese Mechanik ist die typische Bonusgeld-Konstruktion: nicht Freebet, sondern Gutschrift, die vor der Auszahlung umgesetzt werden muss – ein höheres Risiko, weil der Spieler mit eigenem Geld weiterspielen muss, bis der Umsatz erfüllt ist.

Wettsteuer: 5,3 %, die in der Quote steckt

Die Sportwettensteuer ist in §§ 16-25 RennwLottG geregelt. Sie beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18), was bei 5,3 / 105,3 ≈ 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Die Steuer wird vom Veranstalter der Wette geschuldet, nicht vom Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter die Steuer an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung – sie ist in seinen Bedingungen zu prüfen, nicht im Gesetz.

Was das für eine Freebet bedeutet: der Gewinn aus einer Freebet ist die Auszahlung, die der Anbieter nach Abzug der Wettsteuer gutschreibt. Bei einer 10-€-Freebet zu Quote 2,10 wäre die Brutto-Auszahlung 21 €; zieht der Anbieter die Wettsteuer ab, sind es etwa 20 €. Welche der beiden Größen auf dem Wettkonto landet, hängt vom Anbieter ab; das Kleingedruckte verrät es. Wer den Netto-Wert einer Freebet berechnen will, muss diese Variable mitführen, und sie ist nicht einheitlich.

Cashout, Quotenboost, Betbuilder: die Funktionen, die an der Freebet hängen

Vier Funktionen, die in Werbeversprechen häufig vorkommen, sind in der Mechanik der Freebet eingeschränkt oder ausgeschlossen. Sie sind in den Bedingungen der Anbieter dokumentiert.

Cashout ist bei einer mit Freebet platzierten Wette bei Sportingbet nicht möglich, bei MERKUR BETS nicht möglich, bei Interwetten nicht verfügbar, bei Winamax nicht möglich. Die Logik ist einheitlich: der Anbieter trägt das Risiko der Freebet, also trägt er auch das Risiko des Cashout nicht – und der Cashout ist eine Funktion, die das Risiko verringert, indem sie den potenziellen Gewinn gegen einen kleineren festen Betrag tauscht. Wer mit der Freebet spielt, spielt ohne Sicherheitsnetz.

Quotenboost und ähnliche Boosts schließen Freebets in der Regel aus. Bei MERKUR BETS ist die Freebet nicht für Wetten mit Quotenboost zulässig. Bei Bet365 gibt es einen Boost für den Wetten-Konfigurator bei drei oder mehr Auswahlen und kombinierten Quoten von 2,00 oder höher sowie einen Gewinn-Boost für Kombiwetten, dessen Prozentsatz von der Zahl der Auswahlen abhängt – Freebets sind bei diesen Boosts in der Regel nicht qualifiziert. Was bleibt, ist der Basismarkt: Einzel- oder Kombiwetten ohne zusätzliche Boost-Mechanik, mit der Freebet als Einsatz.

Der Wetten-Konfigurator (Bet Builder) erlaubt es, mehrere Auswahlen aus demselben Spiel zu einer Wette zu kombinieren. Bei MERKUR BETS CLUB zählt der Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 zu den qualifizierenden Wetten; bei Winamax ist der MyMatch eine eigene Wettform mit eigener Cashout-Regel. Der Betbuilder ist die Funktion, an der die deutsche Regulierung am wenigsten mitgewirkt hat – die Mechanik ist die übliche Buchmacherlogik, und sie funktioniert mit und ohne Freebet, je nach Anbieter.

Wetten teilen, Einwechslung+ und ähnliche Spezialfunktionen sind in den Hilfeseiten von Bet365 beschrieben; sie sind keine Freebet-Spezifika, und die Freebet-Logik läuft unabhängig von ihnen.

Was 10 Euro Freebet ohne Einzahlung in Deutschland realistisch bedeutet

Wer nach „10 Euro Freebet ohne Einzahlung“ sucht, sucht eine Wette, an der kein eigenes Geld riskiert wird. In Deutschland ist das unter den lizenzierten Anbietern die Ausnahme, nicht die Regel. Die überwiegende Mehrheit der Willkommensangebote der zehn hier verglichenen Anbieter ist an eine Einzahlung gekoppelt; die Freebet wird nach der Einzahlung und nach der qualifizierenden Wette freigegeben. Die Ausnahmen, die das verfügbare Material zeigt, sind zeitlich eng begrenzt – die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf den WM-Sieger war an den Aktionszeitraum 9. bis 28. Juni 2026 gebunden, der MERKUR BETS CLUB lief bis 14. Juli 2025 und ist beendet, der Neukunden-JokerBet von MERKUR BETS wurde im Oktober 2024 mitgeteilt.

Was eine Freebet unter den Bedingungen der lizenzierten Anbieter in Deutschland wert ist, lässt sich zusammenfassen: Der Nominalwert der Freebet ist die Höhe des Einsatzes, den der Anbieter trägt. Der Marktwert der Freebet liegt deutlich darunter, weil der Einsatz bei einem Gewinn nicht erstattet wird und die Marge des Marktes, an dem die Freebet eingesetzt wird, den erwarteten Gewinn schmälert. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Wege-Markt zu Quoten 1,90 / 1,90 liegt der Marktwert einer 10-€-Freebet in der Größenordnung von etwa 2,50 €; bei niedrigeren Quoten sinkt er, bei höheren steigt er, immer unter der Bedingung, dass keine Umsatzschranke auf dem Gewinn liegt.

Wer eine Freebet annimmt, sollte die Bedingungen kennen: die Frist, in der die Freebet genutzt werden muss; die Wettformen, die mit der Freebet zulässig oder ausgeschlossen sind; die qualifizierende Wette, die gegebenenfalls Voraussetzung ist; die Mindestquote, falls eine vorgesehen ist; und die Frage, ob der Anbieter die Wettsteuer vom Gewinn abzieht. Wer eine Freebet ablehnt, sollte wissen, dass die Ablehnung bei manchen Anbietern rückwirkend für die ganze Aktion gilt; die Bedingungen sind dazu zu prüfen.

Häufige Fragen

Was ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?

Eine Freebet ist eine Wette, deren Einsatz der Anbieter trägt; der Gewinn wird auf das Wettkonto ausgezahlt, der Einsatz jedoch nicht. Bonusgeld ist eine Gutschrift, die dem Konto als Geldwert zugeschlagen wird und vor der Auszahlung zu festgelegten Bedingungen umgesetzt werden muss. Bei der Freebet ist die Wette die Einheit, beim Bonusgeld ist es das Konto.

Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?

Nein. Bei allen hier besprochenen lizenzierten Anbietern wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn nicht erstattet. Eine 10-€-Freebet zu Quote 2,10 bringt 21 € auf das Konto, nicht 31 €. Diese Mechanik ist die übliche und in den Bedingungen der Anbieter dokumentiert.

Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?

Sehr selten. Die überwiegende Mehrheit der Willkommensangebote der zehn hier verglichenen Anbieter ist an eine Einzahlung gekoppelt. Ausnahmen, die das verfügbare Material zeigt, sind zeitlich eng begrenzte Aktionen wie die 10-€-Gratiswette von bet-at-home auf den Sieger der FIFA WM 2026 oder die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB, die im Sommer 2025 lief.

Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne aus einer Freebet ausgezahlt werden?

Bei Winamax unterliegen die Freebets selbst keinen Umsatzbedingungen, die Einzahlung muss einmal zu Mindestquote 1,05 umgesetzt werden. Bei Tipwin müssen Einzahlung und Bonus zusammen siebenmal in Sport- und Livewetten umgesetzt werden, je Wettschein höchstens 100 € und nur Wetten mit Quote ab 1,80. Bei Wettstar muss der Neukundenbonus fünfmal innerhalb von 60 Tagen umgesetzt werden. Die Bedingungen sind anbieterspezifisch und stehen in den jeweiligen AGB.

Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und welche Folgen hat er für den Spielerschutz?

OASIS ist die bundesweite Spielersperrdatei, an die jeder lizenzierte Anbieter in Deutschland angeschlossen ist. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Werbezusatz „ohne OASIS“ bedeutet, dass der Anbieter diese Abfrage nicht vornimmt – was im Geltungsbereich des GlüStV 2021 unzulässig ist und darauf hinweist, dass der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat. Wer auf einer solchen Seite spielt, spielt ohne Sperrdatei, ohne LUGAS-Limit, ohne Panikbutton und ohne den Insolvenzschutz des GlüStV.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?

Die Steuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Sie wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, ist in den Bedingungen des Anbieters zu prüfen. Bei einer Freebet, deren Gewinn ausgezahlt wird, ist die Frage, ob die Steuer vom Gewinn abgezogen wird – die Antwort variiert von Anbieter zu Anbieter und gehört in das Kleingedruckte der jeweiligen Aktion.

Erstellt von der Redaktion von „Systemwetteninfo”.

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